Lob aus Brüssel für Genossenschaftsbanken

Vorstandsmitglied Christian Jansen: „Den Worten jetzt auch Taten folgen lassen!“

Über aktuelle Anerkennung aus Brüssel für die genossenschaftliche Idee und die Arbeit der Raiffeisenbank vor Ort, freut sich Vorstandsmitglied Christian Jansen „Im neuen EU-Amtsblatt wird in bemerkenswerter Weise die Rolle der Genossenschaftsbanken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems gewürdigt. Zur Verbesserung der Mittelstandsfinanzierung wird sogar ausdrücklich deren Stärkung empfohlen.“

Tatsächlich sind vielen Politikern und Verwaltungsexperten in der Europäischen Union Geschichte, Geschäftsmodell und wirtschaftliche Bedeutung von Kreditgenossenschaften schlichtweg unbekannt. Umso wichtiger sei es, dass die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) zu Genossenschaftsbanken so positiv ausgefallen sei, sagt Jansen. Wörtlich heißt es in dem Papier, Kreditgenossenschaften verfügten über „die Verbindung zur gewerblichen Wirtschaft vor Ort, territoriale Verwurzelung, Kundennähe sowie Nähe zu lokalen Interessen und sozialen Akteuren.“ Gesunde Kapitalstrukturen mit angemessener Risikobereitschaft seien typisches Kennzeichen von Volksbanken, Raiffeisenbanken sowie Spar- und Darlehenskassen.

Im Ergebnis kommen die Ausschussmitglieder zu dem Schluss, dass regulatorische Vorschriften der EU auf Großbanken zugeschnitten sind und kleine, solide Regionalbanken dadurch unnötig schwer belastet werden. Die Forderung der Wirtschaftsexperten lautet daher: „das Prinzip der Verhältnismäßigkeit anwenden und die Besonderheiten der Regionalbanken stärker berücksichtigen.“

 

Bei der Raiffeisenbank Grevenbroich eG stoßen die neuen Töne aus Brüssel auf offene Ohren. Christian Jansen: „In der Analyse und Bewertung des EWSA finden wir uns ganz klar wieder. Vielleicht liegt es daran, dass hier Fachleute, die die Praxis kennen, zusammenarbeiten. Schön wäre, wenn den Worten jetzt auch Taten folgen würden.“

Nach wie vor ist die Raiffeisenbank Grevenbroich unzufrieden mit ihrer Behandlung durch die EU. Auch sie wird indirekt seit 2014 von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt. Zudem muss die Raiffeisenbank Grevenbroich in einen europäischen Bankenabwicklungsfonds für systemrelevante Institute einzahlen – obwohl sie selbst nicht zu dieser Kategorie zählt. Ganz besonders schmerzt die erfolgreiche Regionalbank aber, dass sie seit der Finanzkrise eine Fülle neuer Meldepflichten zu erfüllen hat, die Banken ihrer Größe um ein Vielfaches mehr belasten als Großbanken. Christian Jansen: „Dabei waren eben nicht wir die Verursacher der Finanzmarktkrise, sondern haben im Gegenteil einen wichtigen und wertvollen Beitrag zu ihrer Beseitigung geleistet. Gut, dass das in der Europäischen Union die ersten Verantwortlichen genauso sehen.“