Betrug mit Vorausszahlungen

Scamming

Versprochen wird das große Erbe, das schnelle Geld oder der beste Job - doch hinter den verlockenden Angeboten steckt so genanntes Scamming.

Seien Sie vorsichtig: Oft führt der Weg zum ersehnten Glück nämlich über Vorauszahlungen an Scammer (Betrüger). Die unter dem Namen "Nigeria Connection" bekannt gewordene Betrugsmasche beschränkt sich mittlerweile nicht mehr nur auf Massenmails mit absurden Gewinnversprechen, sondern tritt in vielfältiger Form in Erscheinung.

Die Betrüger versenden Briefe, E-Mails oder Telefaxe, die dem Empfänger eine Menge Geld versprechen – aus einer Erbschaft oder einem Familienschatz beispielsweise. Um an das gewünschte Geld zu kommen, werden allerdings zunächst viele tausend Euro für Gebühren, Notarkosten oder Steuer fällig. Wenn das Opfer zahlt, brechen die Betrüger den Kontakt ab – das gezahlte Geld ist unwiederbringlich verloren.

Momentan nutzen die Betrüger wieder Briefpost, um Menschen zu hintergehen.

 

So erkennen Sie Betrug am Geldautomaten

Manipulierte Geldautomaten

Der Begriff Skimming steht für das illegale Ausspähen von Daten Ihrer Debitkarte oder Kreditkarte: Die Betrüger bringen am Kartenschlitz des Geldautomaten ein Vorsatzgerät an, mit dem sie die Daten vom Magnetstreifen der Debitkarte oder Kreditkarte kopieren. Wenn sie die Geheimzahl kennen, haben die Betrüger alle nötigen Daten, um – meist im Ausland – eine Dublette der Karte herzustellen. Damit können sie einkaufen oder Geld abheben.

So wird die Geheimzahl ausspioniert

  • Eine am Geldautomaten montierte Minikamera filmt die PIN-Eingabe.
  • Die Täter erspähen die PIN über die Schulter des Kunden hinweg.
  • Der Kunde hinterlässt Spuren bei der PIN-Eingabe auf einer von Betrügern verschmierten Tastatur.
  • Die Täter haben auf der Tastatur einen elektronischen Aufsatz installiert, der die PIN-Eingabe speichert.

Betrugsfall: Geldautomat defekt

Bei einer anderen Masche verhindert eine aufgesetzte Attrappe am Geldautomaten den Auswurf der Geldscheine. Der Automat gibt zwar das gewünschte Geld aus, dieses bleibt aber in der Falle der Diebe hängen. Es scheint, als sei der Geldautomat defekt. Später holen die Gauner die Attrappe und das Geld unbemerkt ab. In solchen Fällen sollten Sie immer die Bank oder die Polizei informieren. Entfernen Sie sich nicht vom Geldautomaten, bis Hilfe eintrifft.

So schützen Sie sich vor dem Ausspähen Ihrer Daten

So geben Sie Betrügern keine Chance

  • Bewahren Sie Ihre Debitkarte und Kreditkarte sowie Ihre PIN niemals am gleichen Ort auf. Am besten merken Sie sich Ihre PIN gut und vernichten den Brief Ihrer Bank, in dem Ihnen Ihre PIN mitgeteilt wurde.
  • Wenn Sie mehrere Debitkarten bzw. Kreditkarten besitzen, öffnen Sie die Tür des Bankinstitutes mit einer anderen Debitkarte oder Kreditkarte als der, mit der Sie die Bargeldauszahlung durchführen wollen.
  • Geben Sie unter keinen Umständen Ihre PIN bereits am Eingang der Filiale preis. Keine Bank verlangt für den Zugang zum Geldautomaten eine PIN. Setzen Sie sich in diesem Fall unverzüglich mit Ihrer Bank oder der Polizei in Verbindung.
  • Achten Sie darauf, dass die Personen hinter Ihnen einen angemessenen Sicherheitsabstand wahren.
  • Verdecken Sie Ihre PIN-Eingabe zum Beispiel mit der Hand oder Ihrer Geldbörse. Das Ausspähen Ihrer Geheimzahl per Kamera oder Foto-Handy wird dadurch extrem erschwert.
  • Wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches am Geldautomaten auffällt, benachrichtigen Sie sofort die Bank oder die Polizei. Das könnten angebrachte Verblendungen, abstehende Teile, Kleberspuren oder eine starke Verschmutzung der Tastatur sein.
  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Geldautomat manipuliert ist, benutzen Sie ihn keinesfalls. Verständigen Sie unverzüglich die Polizei.

Weitere Maßnahmen zu Ihrem Schutz

  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Bei Unregelmäßigkeiten oder fragwürdigen Abbuchungen kontaktieren Sie sofort Ihre Bank.
  • Bei begründetem Verdacht lassen Sie Ihre Debitkarte oder Kreditkarte sperren und verständigen Sie umgehend das Geldinstitut und die Polizei.

+++Aktueller Kundenbetrug+++

Ein Kunde unseres Hauses erhielt im Juli 2017 eine Benachrichtigung über einen angeblichen Geldgewinn in Höhe von 185.000 Euro.
 
Um den in Aussicht gestellten Gewinn ausbezahlt zu bekommen, trat er über einen Zeitraum von 4 Monaten mit insgesamt ca. 40.000 Euro an frei erfundenen Gebühren, Rechtsanwaltskosten, Steuern, etc. in Vorleistung. Teilweise überwies er dieses Geld von seinem Konto, teilweise verschickte er es mit der Post.
 
Durch ständigen „Telefonterror“ mit Drohungen und Versprechungen gelang es den Betrügern, unseren Kunden über diesen langen Zeitraum ständig zu neuen Zahlungen zu bewegen.
 
Als unser Kunde eine weitere höhere Zahlung von seinem Konto abheben wollte, wurde unsere Mitarbeiterin misstrauisch und fragte nach. Hierbei stellte sich heraus, daß unser Kunde auf einen Betrug hereingefallen ist. Der Vorgang wurde an die zuständige Polizei weitergegeben.

Dank der Aufmerksamkeit unserer Mitarbeiterin konnte unser Kunde von weiterem Schaden bewahrt werden. Die bisher gezahlten 40.000 Euro dürften vermutlich verloren sein.

Bitte seien Sie achtsam!